High School in Kanada

Frederik - British Columbia, Kelowna

Frederik erlebte während seines Jahres an der Okanagan Mission Secondary School aktiv seine Begeisterung für Eishockey.

Schon mit 13 Jahren träumte ich davon, für ein Schuljahr nach Kanada gehen zu dürfen. Weil ich nicht nur Land, Leute und Schule kennenlernen, sondern auch die Nationalsportart der Kanadier, Eishockey, aktiv erleben wollte, erkundigten wir uns schon sehr früh nach einer kanadischen Schule, die auch eine Eishockey-Akademie im Angebot hatte. Carl Duisberg hat uns da sehr geholfen und gute Vorschläge gemacht. Letztendlich entschieden wir uns für die Okanagan Mission Secondary High School in Kelowna und ich habe das keinen Tag bereut. Auch nach Kelowna zu gehen, war die beste Idee ever. Die Stadt ist nicht zu groß, nicht zu klein, liegt an einem wunderschönen langgestreckten See, der im Sommer zum Baden und Boot fahren lockt. Rundherum sind Berge, die zu Wanderungen einladen und sensationelle Ausblicke schenken. Ich hatte dort das Jahr meines Lebens und das werde ich niemals vergessen.

Die Anreise Ende August ´23 war für alle Beteiligten sehr aufregend. Die Wälder rund um Kelowna brannten. Noch eine Woche nach meiner Ankunft konnte man von meinem Haus aus Qualm sehen und riechen. Gott sei Dank entspannte sich die Lage dann schnell immer mehr.

Schon ein paar Tage vor Schulbeginn wurden alle „International students“ im Schulhaus begrüßt und mit allen wichtigen organisatorischen Details (wie Stundenpläne, Sim-Karten, Activity-Möglichkeiten usw.) ausgestattet. Hier habe ich viele Austauschschüler aus aller Welt kennengelernt, die mich auch als Freunde über das Jahr hinweg begleiteten.

Als Fächer für mein erstes Halbjahr wählte ich Mathe (Pre-Calculus 11) , Englisch (New Media 11), Leadership und natürlich Hockey Acadamy. Im zweiten Halbjahr hatte ich auch Woodwork, Physik und Basketball. Generell war das Verhältnis zwischen Lehrer*innen und Schüler*innen superfreundlich und wesentlich weniger hierarchisch, als ich es aus Deutschland gewohnt war.

Mein Unterricht begann immer erst um 9 Uhr und endete um 15:15 Uhr. Von meinen vier Fächern im Halbjahr hatte ich täglich zwei (z.B. nur Mathe und Englisch). Im Vergleich zum deutschen Gymnasialstundenplan war das extrem entspannt, da der Stoff nicht in 45 Minuten durchgebracht werden musste, sondern genug Zeit für Übung und auch Zwischenmenschliches war.

Der Schlüssel für mich persönlich, kanadische Freundschaften zu schließen, war eindeutig der Sport. Im ersten Term bin ich für das Schul-Soccer-Team aufgelaufen und im letzten Term habe ich für das Schulteam Rugby gespielt – eine coole neue Erfahrung für mich.

Die beiden mittleren Terms waren sportlich bei mir vom Eishockey bestimmt. Da es keine spezifische Schulmannschaft gab, spielte ich in einem U18-Team der Kelowna Minor Hockey Association. Diese Eishockey-Mannschaft war für mich aus unterschiedlichsten Gründen das Beste, was mir in meinem Auslandsjahr passieren konnte: Ich durfte jedes Wochenende Spiele oder Turniere in Kelowna oder in anderen Städten spielen. Wir waren ein richtig tolles, erfolgreiches Team mit einem guten Zusammenhalt und netten Trainern. Ich bin immer noch sehr stolz, als Kapitän mit dieser Truppe „Playoff Champions“ geworden zu sein. Wir haben über die Monate gemeinsam so eine aufregende Zeit verbracht, sowohl auf dem Eis als auch privat, dass ich sagen kann, dort Freunde für´s Leben gefunden zu haben.

Übrigens war ich sehr dankbar, dass mich mein Local Coordinator des Schulbezirks und auch Carl Duisberg unterstützt hat, meine Gastfamilie nach vier Monaten zu wechseln. Es hatte einfach vieles nicht zusammengepasst.

Meine zweite Familie war perfekt. Sie waren herzlich, hatten zwei Jugendliche in meinem Alter, waren selbst aktiv und sportbegeistert. Ich wurde ins Familienleben eingebunden und durfte mit ihnen sehr viel erleben.

Wir gingen oft gemeinsam Skifahren ins nahegelegene Big White. Skifahren in Kanada ist absolut verrückt. Der Champagne Powder, bekannt als der beste Schnee zum Skifahren, ist dort zuhause.

Da meine Familie auch hockeybegeistert war, durfte ich zwei besondere Ausflüge nach Edmonton und nach Vancouver mitmachen, um NHL-Spiele der Canucks und der Oilers anzuschauen. Das werde ich nie vergessen. Da mein Gastvater einen Freund bei den Edmonton Oilers hatte, durfte ich sogar in die Profi-Kabine reinschauen und hätte fast mein Idol Leon Draisaitl persönlich kennengelernt. Das war mein absolutes Highlight.

Der Sommer in Kelowna war auch besonders schön, da es dort sehr warm wird. Die Gegend mit seinem milden Klima ist auch bekannt für den Weinanbau. Oft traf ich mich mit Freunden am Strand. Wir spielten Beachvolleyball, Fußball, Spikeball und badeten. Ich hatte das Glück, dass mein Gastvater ein eigenes Boot am Okanagan Lake besaß und uns Jungs zum Wakesurfing einlud. Ein tolles Finale, bevor ich wieder nach Hause musste.

Ich kann nur sagen, dass ich ein sensationelles Jahr hinter mir habe, das mich für mein Leben geprägt hat.

Ich bin froh, mein Englisch verbessert zu haben und mich in einer Fremdsprache ausdrücken zu können, ohne nachdenken zu müssen. Ich bin dankbar, so viele bereichernde sportliche und persönliche Erfahrungen gemacht haben zu dürfen. Ich bin selbstständiger geworden und habe Freundschaften in Kanada, die ich schon jetzt vermisse. Ich hoffe sehr, den ein oder anderen bald wiederzusehen, und ich werde bestimmt wieder nach Kelowna zurückkehren.